• Anette Frisch

Saturday Night Life

Aktualisiert: vor einem Tag

Der Sommer ist vorbei. Und ich beginne, zurückzufinden.


Zu vergangenen Momenten, die ich mit dem Schwimmen verbinde. Wie die Ausstellung des isländischen Künstlers Ragnar Kjartansson im Juli 2019. Als noch nicht alles sorrow war, hat er sich mit ziemlicher Konsequenz dem Sorrowhaften gewidmet. Mehr als sechs Stunden. Nonstop. Hat die amerikanische Band The National in seinem Auftrag den Song Sorrow gespielt, vor kleinem Publikum. Ich habe gut 15 Minuten davon im Kunstmuseum Stuttgart auf großer Leinwand gesehen - und mitgefilmt. Das war ganz wunderbar und heilsam und hatte für wenige, durchaus intensive Zeilen mit Schwimmen zu tun.


Gut 5 Minuten von 360 Minuten. A Lot of Sorrow. A Lot of Cookies. 

Sorrow's my body on the waves

Die Ausstellung trug den Titel "Scheize - Liebe - Sehnsucht". Ganz ohne Ausrufezeichen. Außer den Zeilen von The National und ihrem wahnsinnig warmen Boost gab es Arbeiten, die sich der Künstler selbst in Auftrag gegeben hatte. Skizzen zum Beispiel. Fotografien. Installationen. Es war schön zu erleben, dass Kreativität mehr ist als "nur" malen, "nur" filmen, "nur" installieren, "nur" fotografieren. Wenn wir möchten, so zumindest habe ich das verstanden, können wir "mehr" als "nur" machen.


Aus dem Skizzenheft von Ragnar Ragnar Kjartansson. Es war seine Vorlage zu einem kleinen Film, in dem die Dame hin- und herschwimmt, in diesem kleinen Pool und dabei von einem kleinen Kleffhund am Beckenrand - auf und ab - verfolgt wird. Ich wäre diese Frau gern gewesen. 

Warum mehr als ein Jahr später "Scheize - Liebe - Sehnsucht" an diesem Samstagabend in meinem Leben auftaucht scheint naheliegend. Nach allem bleibt die Sehnsucht.


Immer. Für immer.



English translation - with the help of my little AI friend DeepL; might be some funny mistranslations.


Summer is over. And I'm beginning to find my way back.


To past moments that I associate with swimming. Like the exhibition of the Icelandic artist Ragnar Kjartansson in July 2019. When not everything was sorrowful, he devoted himself to the sorrowful with quite some consistency. More than six hours. Nonstop. Did the American band The National play the song Sorrow on his behalf, in front of a small audience. I saw a good 15 minutes of it on a big screen at the Kunstmuseum Stuttgart. It was wonderful and healing, and not only for a few, quite intense lines it had something to do with swimming.


The exhibition was titled "Scheize - Liebe - Sehnsucht". Completely without exclamation mark. Apart from the lines of The National and their insanely warm boost, there were works that the artist commissioned himself. Videos for example. Sketchbooks. Photos. It was nice to learn that creativity is more than "just" painting, "just" filming, "just" installing and "just" photographing. If we want to, at least that's what I understood, we can do "more" than "just".


Why more than a year later "Scheize - Liebe - Sehnsucht" appears in my mind on this Saturday night seems obvious. The longing remains after everything.


Always. Forever.